2.
Bindungsangst
Du wünschst dir Beziehung.
Aber sobald es wirklich nah wird, verändert sich etwas.
Vielleicht brauchst du plötzlich Abstand. Zweifel tauchen auf. Gefühle wirken weniger klar. Die andere Person wird anstrengend, zu bedürftig oder „nicht ganz richtig“.
Obwohl du eigentlich jemanden magst, entsteht innerer Druck.
Du funktionierst dann über Kopf statt Gefühl. Analysierst. Relativierst. Sagst dir, warum es vielleicht doch nicht passt.
Nicht, weil du kalt bist, sondern weil dein System Nähe mit Enge oder Kontrollverlust verknüpft.
Viele Menschen mit Bindungsangst fühlen sich missverstanden.
Sie hören nur: „Du musst dich mehr öffnen.“
Aber niemand erklärt, warum dein Körper bei Nähe Stress erlebt.
Hier geht es nicht darum, dich in jemanden zu verwandeln, der ständig Nähe will. Sondern darum, dass Beziehung möglich wird, ohne dass deine Autonomie verloren geht.
Du lernst, Nähe zu halten, ohne dich selbst zu verlieren, Gefühle wahrzunehmen, ohne sofort auf Distanz zu gehen und Beziehungen bewusster zu gestalten, statt sie unbewusst zu beenden, sobald sie Tiefe bekommen.




